Katapult für StartupsDate: May 7, 2008 Venture: Ein Vorreiter bei der Förderung von Jungunternehmen feiert Geburtstag Immer mehr Start-ups sorgen für frischen Wind in der Schweizer Unternehmenslandschaft. Die hiesigen Jungunternehmen zeichnen sich gegenüber den amerikanischen durch eine hohe Überlebensquote aus. Zu verdanken ist dies auch den Venture-Businessplan-Wettbewerben. Die diesjährige Ausgabe geht heute Abend zu Ende. rel. Noch vor einer Dekade war der Begriff «Start-up» in der Schweiz weitgehend unbekannt. Heute ist dies anders: Junge Unternehmen rollen den Markt von hinten auf. Mit neuen Technologien, direkt aus der Forschung, kleveren Geschäftsideen und viel Enthusiasmus suchen sie nach dem Erfolg. Dass sich dieser auch einstellt, ist nicht zuletzt einer Initiative zu verdanken, die nun ihr zehnjähriges Jubiläum feiert: dem Venture Business-Idee- und Business-Plan-Wettbewerb. Gegründet wurde die Initiative von der ETH Zürich und dem Beratungsunternehmens McKinsey & Company Schweiz. Der Sieger heisst... Heute Mittwoch findet mit der Preisverleihung für die besten Business-Pläne der Abschluss des diesjährigen Venture-Wettbewerbs statt. 10 von 101 Business-Plänen haben es bis in die Endrunde geschafft. Der Sieger heisst Optotune und wird mit einem Preisgeld von 60'000 Franken bedacht. Das Unternehmen hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Linsen für optische Systeme stufenlos variiert werden können. Zum Einsatz kommen dabei künstliche Muskeln. Venture indes nur als Wettbewerb zu begreifen, würde deutlich zu kurz greifen. Die Jungunternehmer, die sich beteiligen, profitieren in erster Linie von der intensiven Begleitung durch gestandene Wirtschaftsvertreter. 246 Coaches standen den zukünftigen Unternehmern zur Verfügung. Zahlreiche Seminare zu verschiedenen Themen der Unternehmensgründung fanden statt. Zudem bot sich den Teams die Möglichkeit, mit potentiellen Investoren in Kontakt zu treten. Venture ist denn vor allem auch eine Plattform der Selbstdarstellung und –vermarktung. Die meisten überleben Die aus den Venture-Wettbewerben hervorgegangenen Unternehmen haben auch gute Chancen, am Markt zu bestehen. In den Jahren 1998 bis 2002 seien 40 Finalisten ermittelt worden, von denen 23 Firmen eröffneten, führt Thomas Knecht, Direktor von McKinsey, aus. 21 dieser Unternehmen seien noch immer tätig. Erweitert man die Statistik bis 2008, zählt Venture 80 Finalisten, die 45 Unternehmen gegründet haben. Nur 3 haben bisher aufgegeben. Doch nicht allein die Venture-erprobten Unternehmen können eine Erfolgsstory vorzeigen. Peter Chen, Vizepräsident für Forschung der ETH Zürich, verweist nicht ohne Stolz darauf, dass 80 Prozent der ETH-Spinn-off mindestens 5 Jahre überleben. Gesamtschweizerisch liegt die Zahl bei 45 Prozent. Doch auch das ist nach wie vor wesentlich höher als in den USA, wo gerade einmal 20 Prozent der Neugründungen fünf Jahre lang durchhalten. Dies ist auch deshalb erstaunlich, weil im Grunde erst mit der Venture-Initiative die Voraussetzungen für Start-ups geschaffen wurden. Eine Investor-Industrie beispielsweise war vor einigen Jahren allenfalls in Ansätzen vorhanden. Mit der Schaffung eines Fonds mit über 100 Millionen Franken für die Finanzierung von Start-ups übernahm Venture auch hier eine Vorreiterrolle. Die Idee von Ausbildungsprogrammen für Start-ups hat inzwischen auch an Hochschulen Fuss gefasst; private und öffentliche Anbieter haben die Bühne betreten. Zudem sind Technologie-Transferstellen an den Scharnierpunkten zwischen Hochschulen und Industrie tätig. Ein Ort für Biotech und Pharma Wichtig für Start-ups neben dem unternehmerischen Wissen und dem Startkapital ist auch das Umfeld. Deshalb bietet beispielsweise die ETH im Techno-Park in Zürich eine Infrastruktur für Technologieunternehmen an, die man sonst für teures Geld kaufen müsste. Je mehr Unternehmen in einer Branche an einem Ort aktiv sind, desto besser für Newcomer. Die Schweiz scheint insbesondere in den Bereichen Dienstleistungen, Pharma, Biotech und Medizinaltechnologie sowie bei Telecom und Medien eine eigentliche Brutstätte für neue Ideen zu sein. Aus diesen Branchen stammen denn auch die meisten Business-Ideen und –Pläne, die am diesjährigen Venture-Wettbewerb beurteilt worden sind.
Revolutionäres System für optische Systeme Aus dem diesjährigen Venture-Businessplan-Wettbewerb ist das Unternehmen Optotune als Sieger hervorgegangen. Der Start-up mit Wurzeln an der ETH Zürich hat ein Verfahren entwickelt, mit dem Steuerung von optischen Systeme revolutioniert werden könnte. rel. Optotune heisst der Sieger des diesjährigen Venture-Businessplan-Wettbewerbs. Das Team um den an der ETH Zürich ausgebildeten Forscher Manuel Aschwanden kann damit bereits zum zweiten Mal einen Venture-Preis einheimsen: Im Januar war Optotune unter den Preisträgern für die besten Business-Ideen. Aschwanden will mit seinem ETH-Spinn-off eine Technologie auf den Markt bringen, die herkömmliche optische Systeme im wahrsten Sinn des Wortes alt aussehen lassen. Er hat ein System entwickelt, mit dem die Brechkraft von Linsen stufenlos variiert werden kann - ähnlich wie es ein Auge vermag. Der Vergleich ist auch statthaft: Die Technologie fusst auf dem Einsatz künstlicher Muskeln. Elektrische Spannung wird an die Linse angelegt, die sich dadurch krümmt. Das Preisgeld für den Sieger beträgt 60'000 Franken.
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